Teilnahme an der 20th International Conference on Plasma Surface Engineering 2026

Vom 31. August bis zum 3. September 2026 fand in Erfurt die 20th International Conference on Plasma Surface Engineering (PSE 2026) statt. Die PSE zählt zu den international etablierten Fachkonferenzen auf dem Gebiet der Plasma-, Vakuum- und Oberflächentechnik und bietet eine Plattform für den wissenschaftlichen und industriellen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Schicht- und Oberflächentechnik. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Beschichtungsverfahren, neue Werkstoff- und Schichtkonzepte sowie deren Anwendungen in unterschiedlichen Technologiebereichen. Ergänzt wird das wissenschaftliche Programm durch eine umfangreiche Fachausstellung, die Raum für den Austausch mit Industriepartnern, die Vernetzung mit internationalen Forschungseinrichtungen und den Aufbau neuer Kooperationen bietet.
Auch unser Lehrstuhl war mit Beiträgen zu aktuellen Forschungsarbeiten im Bereich der PVD-Dünnschichttechnologie auf der Konferenz vertreten.
Julia Urbanczyk stellte in ihrem Posterbeitrag „Influence of PVD duplex treatment on the tribo-mechanical properties of laser powder bed fusion produced AISI 316L stainless steel“ einen Ansatz zur kombinierten Oberflächenbehandlung additiv gefertigter austenitischer Stähle vor. Hierbei wird eine Plasmanitrierung mit einer anschließenden PVD-Beschichtung kombiniert, um die tribo-mechanischen Eigenschaften des Werkstoffs gezielt zu verbessern. Im Fokus stand insbesondere der Einfluss der durch das Laser Powder Bed Fusion (L-PBF) verursachten anisotropen Mikrostruktur auf den plasmanitrierten Randbereich und die daraus resultierenden Eigenschaften der PVD-Dünnschicht.
Finn Rümenapf präsentierte in seinem Posterbeitrag „Comparison of structure and tribo-mechanical properties of TiAlN and TiAlSiN coatings deposited by cathodic arc evaporation and high power magnetron sputtering using a hybrid industrial scale PVD device“ aktuelle Ergebnisse aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprogramm SPP 2402. Verglichen wurden TiAlN- und TiAlSiN-Beschichtungen, die mittels kathodischer Lichtbogenverdampfung und Hochleistungsimpuls-Magnetron-Kathodenzerstäubung (HiPIMS) abgeschieden wurden. Neben der Charakterisierung der Schichtstruktur und der tribo-mechanischen Eigenschaften lag ein besonderer Fokus auf dem Einsatzverhalten der Beschichtungen bei der Zerspanung. Die Verschleißentwicklung an den Schneidkanten der Fräswerkzeuge wurde dabei mithilfe einer eigens entwickelten KI-basierten Bildsegmentierung automatisiert analysiert.
Dr. Nelson Filipe Lopes Dias stellte in seinem Vortrag „Influence of Si and Mo Addition on the Tribo-Mechanical Properties of CrMoSiN Thin Films Deposited by Hybrid dcMS/HiPIMS“ Ergebnisse zur Entwicklung und Charakterisierung quaternärer CrMoSiN-Dünnschichten vor. Mithilfe einer statistischer Versuchsplanung wurde das Zusammenspiel der Legierungselemente Silizium und Molybdän systematisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich durch eine gezielte Variation der Si- und Mo-Gehalte die tribo-mechanischen Eigenschaften des Dünnschichtsystems gezielt einstellen und optimieren lassen.
Veröffentlicht am 07.09.2026

